Über mich

Wer ich bin, ist eigentlich ganz einfach: ein junger, 20-jähriger Student, Musiker, Mensch. Und über mich gibt es - wie über jeden anderen Menschen - viel zu erzählen. Vielleicht hilft Ihnen dieser Text dabei, mich ein wenig besser kennenzulernen. Meinen Lebenslauf finden Sie hier

Aufgewachsen bin ich in der kleinen Stadt Ennepetal am untersten Ende des Ruhrgebiets. Dort wohnte ich mein ganzes Leben lang, bis ich im Oktober 2018 in die Bundesstadt Bonn zog. Vom bergischen Land ins Rheinland - eine große Umstellung. Und doch blicke ich gerne auf die Zeit in meiner Heimatstadt zurück. Aber: ist es einem 20-jährigen Studenten verwehrt, sich über den Umzug in eine Großstadt zu freuen? Ich denke nicht. :-) 

Meine Schulzeit

 

Grundschule, Musikschule, Gymnasium, griechische Schule. In meiner Zeit im Ennepe-Ruhr-Kreis habe ich viele Schulen erlebt. Und wenn ich an die Zeit zurückdenke, haben sie den Grundstein für meine heutige Motivation gelegt.

 

In der Musikschule erkannte ich früh, dass mein größtes und wichtigstes Hobby die Musik werden würde. Das bewahrheitete sich. Noch immer bin ich leidenschaftlicher Musiker und nutze jede Chance, die Tasten zu drücken, die Saiten anzuschlagen und den Trommeln einen Beat zu entlocken. Über die Jahre haben sich ganz schön viele Instrumente angesammelt. Einen "verkappten Proberaum" wurde meine kleine Studentenwohnung schon genannt, und langsam gebe ich dem Recht. 

In acht Jahren durchlebte ich meine Gymnasialzeit und ging im Juli 2018 mit dem Abiturzeugnis ab. Über acht Jahre hat das Reichenbach--Gymnasium mein Leben bestimmt - nicht nur durch den Unterricht, sondern ganz besonders durch alles drumherum. Denn schon früh begann ich, mich in verschiedensten Kontexten zu engagieren - als Schülervertreter, später drei Jahre als Schülersprecher, irgendwann dann als Schülersprecher des gesamten Ennepe-Ruhr-Kreises und dann als Vorstandsmitglied der Landesschüler*innenvertretung NRW. Schülerzeitung, technische Veranstaltungsbetreuung, Erste Hilfe oder Schulband - ich nutzte jede Chance, die sich mir bot. Und bin dankbar dafür, diese Möglichkeiten gehabt zu haben. Ernüchternd ist der Gedanke, dass es so viele Menschen auf der Welt gibt, die dieses Glück wahrscheinlich niemals haben werden. Und deswegen ist es die Pflicht jedes Menschen, sich für das Richtige einzusetzen. Und damit werde ich nicht aufhören. 

 

Meine zweite Heimat

 

Die Eltern meines Vaters waren vor einigen Jahren aus Griechenland eingewandert, ich wuchs zweisprachig auf. Während meine Freunde freitagsnachmittags auf dem Schulhof fangen spielten, die Zeit auf dem Fußballplatz oder im Kino verbrachten, saß ich drei Schulstunden zusätzlich im Klassenzimmer und lernte meine Muttersprache. Viel Frust - aber am Ende lohnenswert. 

Acht Jahre zwischen den Pfosten

 

Der Sport prägte acht Jahre meines Lebens sehr intensiv. Mit sechs Jahren trat ich dem Fußballverein TuS Ennepetal bei und verteidigte das Tor meiner Mannschaft bis kurz vor meinem 15. Geburtstag. Dann wurde alles zu viel - entweder viermaliges Training in der Woche, oder ein Vereinswechsel. Ich entschied mich für einen Stopp. Was am Anfang negativ zu sein schien, ermöglichte mir dann, mein Engagement stark auszuweiten - was mich auch jetzt noch sehr glücklich macht. 

Flüchtlingshilfe, politische Arbeit und Bildung 

Irgendwann wird jedem klar: in der Welt läuft einiges schief. Wann genau dieser Punkt bei mir erreicht war, weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß noch, dass ich nur auf die Gelegenheit wartete, endlich selbst etwas tun zu können. Und da ich schon früh fasziniert von der Organisation größerer Events war, brachte ich Mitte 2015 den Mut auf, die erste ohne Träger, sondern privat organisierte Konzertveranstaltung unter dem Titel "The Sound of Integration" zu managen. In kompletter Eigenregie, mit einem jugendlichen Team an der Seite. Der Grund: als die ersten Boote die Mittelmeerküste erreichten und Menschen nach Europa kamen, die vor Krieg, Vertreibung, Naturkatastrophen und ja, auch aus wirtschaftlichen Gründen, fliehen mussten, war jeder Mensch gefordert, sein Bestes zu geben. Mein Team und ich waren uns dieser Verantwortung bewusst, trotz unseres jungen Alters. Und wir wollten etwas tun, um zu helfen. Das Konzert glückte - viele Spendengelder kamen zusammen. Und ganz nebenbei wurden Dialoge geöffnet, Menschen kamen zusammen. Der geflüchtete 27-jährige aus Afghanistan, die dreiköpfige deutsche Familie aus Hagen, die griechischen Enkelkinder damaliger Gastarbeiter. Alle, egal ob deutschsprachig oder nicht, genossen gemeinsam die Musik. Und es ist egal, wie alt Menschen sind - in dieser Situation ist allen klar, wie wertvoll diese Art der Begegnung ist. 

Auch weitere Konzerte organisierte ich an der Seite vom Mitschülerinnen und Mitschülern. "Rock gegen Rassismus" fand zwei Mal statt - beide Male mit großer Resonanz. Meine Liebe zur Musik und politisches Engagement konnte ich so verbinden. 

Politisch durfte ich kurz vor der Oberstufe in einem zweiwöchigen Praktikum den Landtag Nordrhein-Westfalens kennenlernen. Dass ich nach der Zeit dort aber so schnell wieder zurückkehren würde, habe ich damals nicht gedacht - ein gutes Jahr später wurde ich Mitglied des Jugendlandtages und organisierte das Planspiel seitdem bisher jedes Jahr mit.

Mein absolutes Herzensprojekt 

Bildung, Bildung, Bildung. Politische, gesellschaftliche, wissenschaftliche, kulturelle und alltägliche Bildung sind so wichtig, wie kaum etwas anderes. Und - traurig aber wahr - aus meiner Erfahrung im nordrhein-westfälischen Schulsystem kann ich berichten: viele engagierte Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler geben sich Mühe, werden aber von den Rahmenbedingungen ausgebremst. Schulen sind in vielen Fällen zu Lernfabriken geworden, für aktuelle Themen bleibt kaum noch Zeit. Hier ist ganz schön was schief gelaufen - und über kurz oder lang muss sich einiges ändern. 

 

Als Schüler eines Gymnasiums nervte mich schnell, dass Schulen nur in den wenigsten Fällen Zeit für Praxiseinheiten zugesprochen bekommen. Daran wollte ich, nicht nur als langjähriger Interessensvertreter, sondern auch an meiner eigenen Schule etwas tun. Aus Zufall stieß ich kurz nach meinem 15. Geburtstag auf das Großprojekt "Schule als Staat" - und nach zwei Stunden Recherche stand für mich fest, dass ich genau dieses Projekt an meiner Schule umsetzen wollte. Ein Jahr hat es dann gedauert, bis die Planungen - mit Höhen und Tiefen - abgeschlossen waren. Doch dann wurde das Reichenbach-Gymnasium für eine Woche zu den "United States of Reichenbach" - und mein Team und ich stellten fest, dass ein Mensch niemals zu jung ist, um etwas zu verändern. 

Meine Studienzeit und "Fridays for Future"

Seit Oktober 2018 studiere ich an der Universität in Bonn. Politik, Soziologie und ein ziemlich sperrig benanntes Studienfach, das "Sprache und Kommunikation in der globalisierten Mediengesellschaft" heißt. Spannende Themen, spannende Menschen - und zeitweise auch einiges zu tun. Gesellschaftswissenschaftliche Studienfächer haben meines Erachtens nach aber den besonderen Reiz und die Verantwortung, sich auch über die Studieninhalte praktisch zu engagieren. Und das tue ich. Auch auf die Gefahr hin, das Studium nicht in der Regelstudienzeit abschließen zu können. Denn, mal ehrlich: Wer schafft das schon? Eine Vielzahl der Studenten jedenfalls nicht. Und sich die Zeit zu nehmen, neben dem Lernen auch gesellschaftliches Engagement zu leisten, ist doch wohl einer unserer wichtigsten Werte. 

Kurz nach meinem Studienbeginn wurde ich als Stipendiat in der "Studienstiftung des Deutschen Volkes" aufgenommen - eine große Freude und ein weiterer Ansporn, weiter zu machen. 

"Fridays for Future" - endlich Hoffnung

Jetzt ist der Moment gekommen. Wir müssen kämpfen. Und das um nichts Geringeres als die Zukunft der Menschheit auf diesem Planeten. Uns, unsere Kinder, Kindeskinder... Und noch viele Generationen mehr. Deswegen engagiere ich mich mit vollem Herzblut als Aktivist bei "Fridays for Future". Denn Klimafragen, Nachhaltigkeit und Soziales müssen gemeinsam betrachtet werden. Und die Lebensgrundlage der Menschheit steht tatsächlich auf dem Spiel.

Für die Bewegung manage ich vor allem einen großen Teil der Pressearbeit, vorwiegend in Bonn. Häufig reise ich zu Veranstaltungen, als Speaker, Seminarleiter oder Diskussionsgast und versuche das Publikum davon zu überzeugen, dass es einen schnellen Umschwung braucht. Diverse Veranstaltungen habe ich bereits besucht, besonders in Erinnerung sind die Besprechungen und Konferenzen bei den Vereinten Nationen (UN) geblieben. Denn die Klimakrise ist keine national zu lösende Herausforderung, sie braucht die Anstrengung aller. Und hoffentlich hilft jedes vertrauliche Gespräch, jede Rede, jede Diskussion und jede Verhandlung dabei, die klimatische Herausforderung endlich ernst zu nehmen. 

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